Die semesterweise besetzte Leibniz-Professur wird seit 1994 an besonders renommierte und vorwiegend internationale Wissenschaftler:innen vergeben und gehört zu den höchsten Auszeichnungen unserer Universität.

Die Leibniz-Professoren bringen Impulse für die Forschung, Lehre und Qualifikation von Nachwuchsforschenden und bereichern das universitäre Leben. Foto: Christian Hüller
Die Leibniz-Professoren bringen Impulse für die Forschung, Lehre und Qualifikation von Nachwuchsforschenden und bereichern das universitäre Leben. Foto: Christian Hüller

Leibniz-Professor im Wintersemester 2021/22: Iain Macdonald

Wir freuen uns sehr, im Wintersemester 2021/22 Herrn Prof. Dr. Iain Macdonald als Leibniz-Gastprofessor in Leipzig begrüßen zu dürfen. Der kanadische Philosoph ist einer der führenden Vertreter der so genannten Kontinentalen Philosophie in Nordamerika. Seit 2001 forscht und lehrt Iain Macdonald als Professor am Département de philosophie der Université de Montréal zur europäischen Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts.

Forschung zur Kontinentalen Philosophie

Ein besonderer Schwerpunkt der Forschung von Prof. Macdonald liegt in der Kritischen Gesellschaftstheorie, der Phänomenologie, der französischen Philosophie und der Ästhetik. Dabei schafft er es, in seinen Arbeiten verschiedene Traditionslinien der europäischen Philosophie äußerst produktiv miteinander in einen Austausch treten zu lassen, und verbindet sie darüber hinaus immer wieder mit film- und literaturästhetischen Überlegungen, um so eine Brücke zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen zu stellen.

Adorno-Experte

Aufgrund seiner Forschungstätigkeit, aber auch als Mitbegründer der Association for Adorno Studies und als Präsident der Canadian Society for Continental Philosophy, hat sich Iain Macdonald den Ruf als international anerkannter Adorno-Experte erworben. So stellt auch seine neueste Monographie „What Would Be Different“ die Quintessenz jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit der Philosophie Adornos dar, die Iain Macdonald in die ältere philosophische Debatte über die Freiheit des Handelns einordnet, um ihr dadurch wichtige Impulse für eine kritische Betrachtung der eigenen Gegenwart abzugewinnen. An der Schnittstelle von metaphysischem und gesellschaftstheoretischem Denken versucht Iain Macdonald nichts weniger als die Voraussetzungen einer Befreiung der Möglichkeit aus der Wirklichkeit freizulegen. Das alte Motiv der Kritischen Theorie einer systematischen Blockade gesellschaftlicher Möglichkeiten, die noch ihre kleinsten Anzeichen zu verdecken vermag, aktualisiert Iain Macdonald auf überzeigende Weise als Kontrastfolie eines historisch-sozial konkretisierten Begriffs des Möglichen.

Dank seiner herausragenden Forschungsleistungen war Prof. Macdonald mehrfach Fellow und Gast an renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen, etwa dem King’s College Cambridge, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt und zuletzt am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. Er ist zudem affiliierter Professor an der McGill University in Montréal.

Veranstaltung des Leibniz-Professors

9.11.2021, 18 Uhr, im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina

Antrittsvorlesung „What Would Be Different: Blocked Possibilities in Benjamin and Adorno“

zur Veranstaltung
Leibniz-Professor im Wintersemester 2021/22 Iain Macdonald steht an einer Ballustrade in der Bibliotheca Albertina, Querformat
Leibniz-Professor im Wintersemester 2021/22 Iain Macdonald, Foto: Christian Hüller

Unsere zukünftigen Leibniz-Professor:innen:

Prof. Dr. Konrad Sebastian Schmidt (Sommersemester 2022)

University of Colorado Boulder, USA, Fachgebiet: Atmosphärenforschung

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Hinweise zur Besetzung der Leibniz-Professur

Die Leibniz-Professur ist eine W3-Gastprofessur, die sowohl der interdisziplinär ausgerichteten Lehre für Promovierende und Studierende als auch der Forschung dient. Ziele sind es, Kooperationen anzuregen, die Basis für wissenschaftliche Innovationen zu schaffen und Impulse für die Qualifikation von Nachwuchsforschenden zu erhalten. Wir möchten international renommierte Persönlichkeiten, vorwiegend aus dem Ausland, gewinnen.

Wir möchten bevorzugt Wissenschaftler:innen, die in Leipzig nicht vertretene Forschungsgebiete, Forschungsansätze und Wissenschaftsdiskurse einbringen. Der/die Kandidat:in muss eine der gängigen Wissenschaftssprachen – Englisch, Französisch oder Deutsch – beherrschen. Wir freuen uns besonders über Nominierungen von herausragenden Frauen und Personen außerhalb Europas und der USA, da diese in der Leibniz-Professur bisher unterrepräsentiert sind.

Wir bieten der Leibniz-Professur zur Wahrnehmung der Aufgaben für das jeweilige Semester einen befristeter Dienstvertrag im Rahmen einer W3-Professur. Dazu muss sich der/die Stelleninhaber:in in seinem Haupt-Beschäftigungsverhältnis beurlauben. Der Leibniz-Professur steht ein Büro in der Villa Tillmanns zur Verfügung.

Die Lehrverpflichtungen sind auf vier Semesterwochenstunden begrenzt. Wir erwarten eine Beteiligung an der Promovierenden-Qualifikation im gastgebenden Institut oder an der Research Academy Leipzig, zum Beispiel in Form von Vorlesungen, Workshops, Teilnahme an Kolloquien, Exkursionen oder Summer-/Winterschools. Zum Auftakt des Semesters hält der/die Leibniz-Professor:in eine universitätsöffentliche Antrittsvorlesung. Weiterhin bieten wir das Science Café an, zu dem der/die Leibniz-Professor:in gemeinsam mit ausgewählten Gästen öffentlich über ein Thema diskutiert.

Vorschläge für die Besetzung der Leibniz-Professur sollten mittel- bis langfristig, etwa ein bis drei Jahre vor der geplanten Besetzung, erfolgen und können von allen Hochschullehrenden unserer Universität eingereicht werden. Besonders zur Einreichung aufgefordert sind die Sprecher:innen der Forschungsschwerpunkte und der großen Forschungsverbünde. Über die Vergabe der Professur entscheidet das Rektorat nach Empfehlung der Forschungskommission.

Eingereichte Vorschläge sollten folgende Informationen enthalten:

  • Begründung des Vorschlags und der Erwartungen
  • wissenschaftlicher Werdegang
  • aktuelle Forschungsschwerpunkte und deren Bezug zur Leipziger Forschung
  • geplanter Beitrag zur Promovierenden-Qualifizierung
  • Herausragende wissenschaftliche Leistungen
  • Hinweise auf bereits bestehende Kooperationen
  • Publikationsverzeichnis
  • Angabe des bevorzugten Semesters

Zu den Auswahlkriterien gehören unter anderem:

  • Überzeugendes Forschungs- und Lehrkonzept
  • Bezug zu den Forschungsprofilbereichen und -schwerpunkten unserer Universität oder zu aktuellen Ereignissen
  • Mehrwert für die Promovierenden-Qualifizierung an der Research Academy Leipzig
  • Nachhaltigkeit

 

Bitte richten Sie Ihre Vorschläge an:

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Leiter des Leibniz-Programms

Leibniz-Programm der Research Academy Leipzig
Villa Tillmanns
04107 Leipzig

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