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Von der durch das neue Coronavirus hervorgerufenen Krise und den Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens sind auch Promovierende stark betroffen, zeigen die Ergebnisse unserer Blitzumfrage. Die Forschung ist oft nur noch eingeschränkt möglich, die Kontaktsperre und abgesagte Konferenzen und Auslandsaufenthalte behindern das Vorankommen mit der Dissertation, finanzielle Sorgen sind verbreitet. Gleichzeitig schätzen die Nachwuchsforschenden die neu gewonnen Flexibilisierung ihrer Arbeit, die Ruhe und die Zeit, um sich intensiver mit den theoretischen Teilen ihrer Forschung zu beschäftigen.

Zwischen dem 2. Und 16. April haben wir die Promovierenden der Universität Leipzig in einer Blitzumfrage gefragt, wie sich die Corona-Krise auf ihre Promotion auswirkt. 86 Promovierende haben daran teilgenommen.

Es zeigt sich, dass eine deutliche Mehrheit (knapp 70 %) deutlich, stark oder sehr stark von den Auswirkungen des Coronavirus auf den Unibetrieb betroffen sind. Probleme bereiten ihnen vor allem die eingeschränkte Forschungsfähigkeit, weil Experimente oder Datenerhebungen nicht mehr möglich sind, die Bibliotheken geschlossen, Konferenzen und andere Veranstaltungen abgesagt wurden und Auslandsaufenthalte z. B. zur Feldforschung nicht mehr möglich sind oder abgebrochen werden mussten. Auch die Kontaktsperre und der dadurch beeinträchtigte Austausch mit den Betreuerinnen und Betreuern und anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern belastet einen großen Teil der Nachwuchsforschenden.

Die Krise als Chance

Viele der Antworten sahen jedoch auch Chancen in der Krise: 25 % der Antworten gaben wieder, dass sie nun mehr Zeit für die Forschung hätten, sich intensiver mit Literaturrecherche, Theorie, dem Schreiben an der Dissertation und dem Planen des Forschungsprojekts beschäftigen können. Viele berichten auch positiv von einer Flexibilisierung ihrer Arbeit durch Home-Office, der gezwungenen Neustrukturierung des Alltags und einer gesteigerten Autonomie in der Gestaltung ihrer Forschung. Ein Teil der Promovierenden (12% der Antworten) schätzt auch das Mehr an Ruhe, die bessere Konzentration und weniger Ablenkung. Ein ähnlich großer Teil (11%) sieht jedoch auch keinerlei Chancen in dieser Krise. Einen Schub für die Digitalisierung von Lehre und Kommunikation sehen viele Promovierende (18 % der Antworten) als weitere Chance.

Wünsche nach Hilfe und Unterstützung

Fragen um die weitere Finanzierung ihrer Tätigkeit beschäftigen die Promovierenden zu einem großen Anteil. Ein Drittel der Antworten auf die Frage nach gewünschter Hilfe und Unterstützung durch die Universität bezog sich auf eine Verlängerung der Verträge um mindestens drei Monate oder den Wunsch nach einer alternativen Übergangsfinanzierung, um die verlängerte Promotionszeit durch die Einschränkungen in der Forschung finanziell abdecken zu können.

Auch einen größeren Anteil von online verfügbarer Literatur wünschen sich die Promovierenden. Die Universitätsbibliothek hat dazu eine Übersicht erstellt, welche Anbieter für die Dauer der Krise E-Books und E-Journals freigeschaltet haben und elektronisch verfügbare Literatur für alle Fächer zusammengestellt. Für weiteren Bedarf kann Kontakt zur UBL aufgenommen und nach Lockerung der Einschränkungen seit 21. April an einigen Standorten auch wieder vor Ort ausgeliehen werden.

Dem Bedarf nach online-Fortbildungen versuchen wir in der Kompetenzschule nachzukommen und arbeiten gemeinsam mit unseren externen Trainerinnen und Trainern intensiv daran, die Workshops auf digitale Angebote umzustellen. Erfolgreich virtuell umgesetzt werden konnte schon der Kurs „Introduction to R“ mit Dr. Thomas Köntges. Folgende weitere online-Kurse stehen schon fest:

Die Anmeldung für die Kurse öffnet wie gewohnt etwa einen Monat vor Veranstaltungsbeginn.

Weitere Hilfen, Links und Tipps für Promovierende im Corona-Alltag
Haben Sie darüber hinaus noch Wünsche, Ideen und Anmerkungen, nehmen Sie immer gern Kontakt mit uns auf!

Wenn Sie Interesse an den ausführlichen Ergebnissen der Blitzumfrage haben, kontaktieren Sie bitte Karoline Marx.