Die Research Academy Leipzig berät und informiert Hochschullehrende zur Einrichtung von strukturierten Promotionsprogrammen für Promovierende.

Gruppen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern können an unserer Universität strukturierte Promotionsprogramme einrichten. Foto: Swen Reichhold
Gruppen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern können an unserer Universität strukturierte Promotionsprogramme einrichten. Foto: Swen Reichhold

Anforderungen

Als Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern können Sie an unserer Universität ein strukturiertes Qualifikationsprogramm für Promovierende einrichten. Dieses muss den Kriterien der Interdisziplinarität, unserem Qualitätssicherungskonzept und den am Graduiertenzentrum entwickelten Grundsätzen für die Promovierendenqualifizierung entsprechen. Handelt es sich um ein drittmittelgefördertes Graduiertenprogramm (zum Beispiel ein DFG-Graduiertenkolleg oder eine Integrierte Research Training Group), so kontaktieren Sie bitte das jeweilige Graduiertenzentrum mit der Bitte um Aufnahme.

Die Einrichtung eines Graduiertenprogramms erfordert:

  • ein Forschungsprogramm,
  • ein Qualifikationsprogramm,
  • ein Betreuungskonzept,
  • ein Auswahlverfahren für Promovierende,
  • ein Finanzierungskonzept (Finanzierung der Promovierenden sowie Finanzierung von Sachmitteln, Infrastruktur etc.).

Über die Einrichtung, Änderung und Schließung von Graduiertenprogrammen entscheidet das Direktorium gemäß Paragraf 6, Absatz 1 unserer Ordnung.
Haben Sie Fragen zur Einrichtung von Graduiertenprogrammen, so wenden Sie sich bitte an Frau Viola Gründemann.

Pilotprojekt Graduiertengruppen

Um Promovierende der Universität Leipzig noch besser zu fördern, hat die Research Academy Leipzig 2019 ein Pilotprojekt mit Graduiertengruppen gestartet. Graduiertengruppen sind Verbünde von Hochschullehrenden und Promovierenden verschiedener Fächer, die eine strukturierte Promotion zum Ziel haben.

Um eine Graduiertengruppe zu bilden, müssen sich mindestens drei Hochschullehrende zu einem interdisziplinären Thema zusammenschließen und ein fachliches Forschungs- und Qualifizierungsprogramm vorweisen. Dieses Programm soll die Promovierenden über den eigenen Lehrstuhl hinaus qualifizieren und umfasst ein selbstorganisiertes Kolloquium, Veranstaltungen von Betreuenden und Promovierenden wie Vorträge und durch die Promovierenden organisierte Reading Groups sowie fächerübergreifende Workshops der Research Academy Leipzig z. B. zur Guten Wissenschaftlichen Praxis oder Forschungsdatenmanagement.

Der Abschluss einer Betreuungsvereinbarung zwischen Promotionsbetreuerin oder -betreuer und den Promovierenden ist wie in allen unseren Graduiertenprogrammen obligatorisch. Die Research Academy Leipzig setzt sich so fortwährend für eine Qualitätssicherung in der Promovierendenausbildung an unserer Universität ein. Darüber hinaus profitieren die Promovierenden der Graduiertengruppen von den Angeboten der Research Academy Leipzig, sie können beispielsweise Reisekostenzuschüsse beantragen oder für einen Promotionspreis nominiert werden.

Haben Sie Fragen zur Beantragung einer Graduiertengruppe, wenden Sie sich bitte an Viola Gründemann.

Es wurden bisher folgende Graduiertengruppen an unserer Universität gegründet und in die Research Academy Leipzig aufgenommen:

Digitale Technologien erobern nahezu jeden Lebensbereich und verändern Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Das Recht ist dadurch einem Anpassungsdruck ausgesetzt. Es stellt sich die Frage, ob die neuen Sachverhalte mit den etablierten rechtlichen Begriffen und Kategorien erfasst werden können oder ob Reformen erforderlich sind. Die Graduiertengruppe „Digitalisierung und Recht“ verfolgt mit den jeweiligen Dissertationsvorhaben Fragestellungen, die sich auf diesen Themenkomplex beziehen. Auf analytisch deskriptiver Ebene ist in den jeweiligen Einzelvorhaben zu klären, ob das Recht in seiner gegenwärtigen Fassung als „Fortschrittsbremse“ der digitalen Transformation im Wege steht oder die Funktion eines Bewahrers schützenswerter Individual- oder Kollektivinteressen einnimmt. An diese Bestandsanalyse schließt sich die rechtliche Prüfung an, ob und inwieweit eine Anpassung des Rechts an die durch Digitalisierung erfolgten Veränderungen durch Auslegung des bestehenden Rechts möglich ist oder ob es neuer gesetzlicher Werkzeuge bedarf. Die Analyse der Funktion und Fortentwicklung des Rechts in der durch digitalen Wandel geprägten Gesellschaft lässt sich nicht allein mit den Methoden der Gesetzeshermeneutik durchführen. Die Fragestellung berührt vielmehr Grundlagen aus Soziologie, Theologie, Ethik, Medizin, Wirtschafts- und anderen Wissenschaften, die über das Forschungs- und Qualifizierungsprogramm der Gruppe eingebunden werden – etwa in Form von Reading Groups und Kolloquien, zu denen unter anderem Partner aus der Praxis eingeladen werden sollen.

Getragen wird die Gruppe durch die folgenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehren der Juristenfakultät:

  • Prof. Dr. Katharina Beckemper
  • Prof. Dr. Daniela Demko
  • Prof. Dr. Marc Desens
  • Prof. Dr. Christoph Enders
  • Prof. Dr. Diethelm Klesczewski
  • Prof. Dr. Stephanie Schiedermair
  • Prof. Dr. Hendrik Schneider

In dieser Graduiertengruppe werden Promovierende, deren Dissertationsprojekte aus dem Bereich der empirischen Lehr- und Lernforschung mit fachdidaktischem Bezug stammen, aus interdisziplinärer Perspektive Forschungsfragen beantworten, in denen soziale Interaktionen von Lernenden und Lehrenden im Mittelpunkt stehen.

Im Zentrum der Forschung der Graduiertengruppe steht die soziale Interaktion – sowohl die Interaktion zwischen den Lernenden (beispielsweise in der Analyse von Lernprozessen in Gruppen oder beim peergestützten Lernen) als auch die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden (beispielsweise in der Analyse von Unterrichtsgesprächen oder Lehrer-Schüler-Feedback). Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Umgang mit Heterogenität und Diversität im Fachunterricht gelegt. Diese zentralen Fragen der Unterrichtsforschung stellen sich nicht nur im klassischen Unterricht oder tutoriellen Settings, sondern auch unter dem Einfluss digitaler Transformationsansätze., in denen gerade auch aktuell Fragen zur Gestaltung sozialer Interaktionen in verschiedenen (digitalen) Formaten besonders relevant sind. Die Gruppe ist zwar klar empirisch ausgerichtet, vereinigt aber qualitative, quantitative und „mixed method“ Ansätze.

Sprecherinnen und Sprecher der Graduiertengruppe sind die folgenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehren:

Entwicklung, Anwendung und Evaluation von Methoden zur Bewegungsanalyse von Menschen und Tieren sowie interagierender Geräte/Hilfsmittel

Die Graduiertengruppe ist aus der interdisziplinären Zusammenarbeit der Veterinärmedizinischen und Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig sowie dem Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Zentrum der HTWK Leipzig entstanden. Die Mitglieder - Promovierende, Postdocs und Hochschullehrende - verbindet die gemeinsame Nutzung und Weiterentwicklung des vorhandenen und etablierten breiten Spektrums an modernen und leistungsstarken Methoden zur Analyse und Optimierung von Bewegungen bei Mensch und Tier.

Die Partner bearbeiten übergreifende Fragestellungen im Kontext Gesundheit, Leistung und Lebensstil/Tierwohl. Biomechanische Methoden werden fachübergreifend zur Entwicklung und Evaluation von Interventionen zum Nachweis von Dosis-Wirkungsbeziehungen eingesetzt. Diese umfassen sowohl aktive Interventionen zur neuromuskulären Optimierung als auch passive, also Hilfsmittel und Implantate. Mit der Graduiertengruppe werden fakultäts- und fachgebietsübergreifende Strukturen geschaffen und die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern gefördert. Dadurch entsteht ein Zugang zur vergleichenden Biotechnik von Mensch und Tier, um beispielsweise Tiere als Modelle für menschliche Athleten zu nutzen und umgekehrt. Aus der Zusammenarbeit der Graduiertengruppe wird perspektivisch die Entwicklung eines interdisziplinären Kompetenzzentrums für die Bewegungsanalyse von Lebewesen angestrebt.

Sprecherinnen und Sprecher der Gruppe sind: Prof. Christoph Mülling (Veterinär-Anatomisches Institut der Universität Leipzig), Prof. Maren Witt (Sportwissenschaftliches Institut der Universität Leipzig) und Prof. Hans-Jürgen Dobner (Mathematisch Naturwissenschaftliches Zentrum, HTWK Leipzig).

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