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Junge Wissenschaft und Praxis

Foto: Swen Reichhold

Die Seminarreihe "Junge Wissenschaft und Praxis" richtet sich an Promovierende und Postdocs aller an der Universität Leipzig vertretenen Disziplinen. Die Research Academy und ihre Kompetenzschule ELSYS veranstalten das Seminar einmal pro Jahr über eineinhalb Tage. 
Jedes dieser Seminare befasst sich mit einer interdiziplinären und gesellschaftlich relevanten Fragestellung.

Das Gespräch zwischen Doktorandinnen und Doktoranden mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen sowie der Austausch mit eingeladenen Referent*innen stehen dabei traditionell im Zentrum der Veranstaltung. Sie wird im Rahmen der Universitas-Förder-Initiative der Hanns-Martin-Schleyer- und der Heinz-Nixdorf-Stiftung finanziell unterstützt.

Vergangene Seminare

2016: Scientific Methods in the Digital Age - Science Meets Humanities in the Context of Modern Digital Techniques

2016: Scientific Methods in the Digital Age - Science Meets Humanities in the Context of Modern Digital Techniques

Foto: Anna Roth

19th and 20th December 2016
Venue: Schloss Machern

Current developments in research give rise to an intensive methodical discourse which is often in a simplifying manner connected with the term “big data”. In fact, the scientific interaction which is evolving around new techniques of information and data analysis and processing runs much deeper and touches much more of scientific methodical grounds than the fashionable term referring merely to large quantities suggests. A key question in the interdisciplinary scientific discourse addresses the opposition of hypothesis driven versus data driven research. This concerns for example the issue whether guiding questions for a scientific project arise out of the given material or whether they are a priori chosen and determine the process of approaching material. How does the researcher arrive at guiding hypotheses out of given material? How are they tested? How does one arrive at interpretations and explanations?

Especially modern developments of scientific techniques applied to research topics in humanities such as cultural evolution offer a very fruitful context for such a discourse. How can inference methods interact with hermeneutics? Which methods lead to meaningful explanations or merely to phenomenological mappings? Modern information analysis leads to new possibilities of interactions between science and humanities. The workshop intends to offer a forum for an interdisciplinary discourse for young researchers to reflect and discuss those questions.

Schloss Machern is a beautiful small baroque summer palace with a lovely park with a temple, a pyramid and a castle ruin, which invites to walks during brakes and/or to early morning or evening joggings.

Programme of the seminar and abstracts of the lectures

2015: Wissenschaft 2.0: Ist die Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nützlich?

2015: Wissenschaft 2.0: Ist die Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nützlich?

18. und 19. Juni 2015
Ort: Schloss Machern

Das nunmehr 13. Universitätsseminar der Reihe „Junge Wissenschaft und Praxis“ befasste sich mit dem Thema „Wissenschaft 2.0 – Ist die Grenze zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nützlich?“. Die von der Hanns Martin Schleyer-Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung im Rahmen der Universitas-Förder-Initiative unterstützte Veranstaltung wurde von der Research Academy Leipzig geplant und organisiert. Das Seminar thematisierte die These von „Science Mode 2“, die einen grundlegenden Wandel der Stellung des Wissenschaftssystems in der Gesellschaft  im Sinne einer tendenziellen Auflösung der scharfen Grenze zwischen einem relativ autonomen Wissenschaftssystem und der dieses umgebenden Gesellschaft annahm. Die zentrale Frage lautete: Ist  das Wissenschaftssystem mit seinen Teilen (von Hochschulen über Forschungseinrichtungen bis zu Akademien) dieser Beobachtung zufolge nur noch ein Produzent neuen Wissens unter mehreren?

Das Seminar startete am Freitag mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Martin Schlegel, dem ehemaligen Prorektor für wissenschaftlichen Nachwuchs und Forschung und dem Initiator der Seminarreihe. Im folgenden Vortrag führte Prof. Dr. Matthias Middell (Global and European Studies Institute, Universität Leipzig) in das Thema ein und verwies auf den ausgewiesenen interdisziplinären Zugang zum Thema.

Prof. Dr. Wieland Kiess (Direktor der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche Leipzig) nahm als Ausgangslage die Debatte um die Neustrukturierung des Medizinstudiums (Medizin 2020: Zwischen Wissenschaft, Lobbyismus und PatientIn), die zu einem Praxisbezug schon zu Beginn des Studiums führen soll. Dr. Anett Richter (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung Leipzig) gab in ihrem Vortrag einen exzellenten Überblick nicht nur zu Projekten, die unter dem Stichwort „Citizen Science/Bürgerwissenschaft“ durchgeführt werden, sondern auch zu deren Prinzip und Geschichte.

Den zweiten Block des ersten Tages begann Dr. Lutz Mükke (Europäisches Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung) mit einem Forschungsbericht zum Projekt „Der Kalte Krieg und seine Berichterstatter“ und erläuterte hier die Bedeutung von DDR-Korrespondent*innen im Ausland, die als Wissenstransmitter fungierten. „Wissenstransfer und akademische Reputation“ war das Thema von Prof. Dr. Sebastian Lentz (Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig). Besondere Bedeutung hatte dies für die TeilnehmerInnen, da sie als Nachwuchswissenschaftler*innen besonders vor der Herausforderung stehen, ihre Forschungsergebnisse sowohl in der Wisssenschaftscommunity als auch der Öffentlichkeit (Stichwort: impacts) effektiv zu verbreiten.

Aufgrund der hohen Anzahl an ausländischen Doktorand*innen an der Universität Leipzig wurde erstmals ein Seminartag komplett in englischer Sprache abgehalten. Der erste Block beschäftigte sich mit der Flüchtlings- und Migrationsthematik. Dr. Gilad Ben-Nun nahm in seinem Vortrag Bezug zu C.P. Snows Buch „Two Cultures“ (1959) und übertrug dessen Thesen auf das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und deren Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen aus Natur- und Sozialwissenschaften. Dr. Katarina Ristic (Universität Magdeburg) gab in ihrer Präsentation einen Einblick in NGOs, die Bildungswege für Flüchtlinge und Staatenlose anbieten.

In einer anschließenden Round Table Debatte diskutierten Doktorand*innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften gemeinsam über die Anforderungen für junge Wissenschaftler*innen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft.

„Nicht nur zuhören, sondern die eigenen Ideen erproben, Anregungen mitnehmen und neue Kontakte machen“ – diese Idee der fördernden Schleyer-Stiftung wurde im diesjährigen Seminar von allen Teilnehmer*innen und Referent*innen mit Begeisterung aufgegriffen.

Programm

2014: Wissenstransfer

2014: Wissenstransfer

Foto: Clara Schneider

12. und 13. Juni 2014
Ort: Schloss Breitenfeld

Rund um das Thema "Wissenstransfer" nahmen vierzig junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit zehn Dozentinnen und Dozenten eineinhalb Tage die Frage in den Blick, welche Entwicklungen für die nähere Zukunft und damit als Rahmenbedingungen für die eigene Karriere der Teilnehmenden als wahrscheinlich angenommen werden können: Wird Universitäten immer noch eine besondere Autorität in Fragen der Wissensproduktion und Wissensbewertung zugesprochen? Welche alternativen Orte der Wissensproduktion gibt es und welche Formen des Transfers? Die neue Disziplin der Transferwissenschaft stellte Prof. Dr. Matthias Ballod von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in seinem Eröffnungsvortrag vor.

Beim Blick auf den Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Praxis und zurück war zu zeigen, wie wissenschaftliches Wissen seine Relevanz beweisen kann - beispielsweise in der Politikberatung. Als Referent dazu berichtete Prof. Dr. Florian Steger, Leibniz-Professor im Sommersemester 2014 an der Universität Leipzig, über seine Arbeit als Medizinethiker.

Außerdem war zu erfahren, welche Bereicherung Wissenschaft aus anderen Quellen der Wissensgenerierung erhalten kann. Hierzu stellte Dr. Aletta Bonn vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig das Projekt „Bürger schaffen Wissen – Wissen schafft Bürger“ vor.

Ein Thema des Seminars waren speziell die Rahmenbedingungen des Wissenstransfers am Wissenschaftsstandort Leipzig. Im Fokus standen dabei die verschiedenen Wissenschaftsinstitutionen und ihre Zusammenarbeit, dem widmete sich Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer, in seinem Vortrag. Zusätzlich ging es um die Unterstützungsleistungen für Forschende im Bereich Transfer, welche die Universität Leipzig anbieten kann.

Schließlich lag ein Schwerpunkt auf Wissenschaftskommunikation, dazu war der Pressesprecher der Helmholtz-Gemeinschaft, Jan-Martin Wiarda, zu Gast und berichtete von seinen Erfahrungen. Außerdem beantwortete Dr. Christian Weymayr die Frage, was in seinen Augen guten Wissenschaftsjournalismus ausmacht.

Programm

2013: Wissenschafts- und Erkenntnistheorie

2013: Wissenschafts- und Erkenntnistheorie

14. und 15. Juni 2013
Ort: Schloss Breitenfeld

Rund um das Thema "Wissenschafts- und Erkenntnistheorie" nahmen vierzig junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit elf Dozentinnen und Dozenten eineinhalb Tage lang den Forschungsprozess in den Blick und hinterfragten, was uns Forscherinnen und Forschern in unseren jeweiligen Fächerkulturen gemein ist und was uns unterscheidet, und auf welchen erkenntnistheoretischen Grundlagen unsere Forschungskonzepte gegründet sind. Beginnend mit dem Erkenntnisinteresse, der Forschungsmotivation, über die Suche nach den Quellen unseres Wissens beschäftigten die Teilnehmenden sich ausführlich mit dem interdisziplinären Arbeiten in der Wissenschaft über den gesamten Forschungsprozess hinweg.

Programm

2012: Nachhaltigkeit - Auf den Spuren eines Begriffs und seiner Bedeutung im universitären Kontext

2012: Nachhaltigkeit - Auf den Spuren eines Begriffs und seiner Bedeutung im universitären Kontext

24. und 25. Mai 2012
Ort: Schloss Breitenfeld

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte Wissenschaftsjahr 2012 widmet sich unter dem Titel Zukunftsprojekt Erde dem Thema Nachhaltigkeit. Die UNESCO hat bis 2014 die Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Aber was bedeutet der gern verwendete Begriff eigentlich? Wann hat er seine Begriffskarriere angetreten und woher kommt er? Und welche gesellschaftliche Funktion erfüllt die Allgegenwärtigkeit des Nachhaltigkeitsdiskurses? Welche Rolle spielen universitärer Austausch, universitäre Forschung und Lehre im gesellschaftlichen Wandel? Diese und weitere Fragen wurden interdisziplinär diskutiert. Ziel war es, eine kritische Perspektive auf den Nachhaltigkeitsdiskurs zu werfen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu befähigen, eine eigene kritische Position zu entwickeln.

Programm

2011: Wissensgesellschaft und Expertentum

2011: Wissensgesellschaft und Expertentum

24. und 25. Juni 2011
Ort: Breitenfelder Hof

Unter dem Titel "Wissensgesellschaft und Expertentum" fand am 24. und 25. Juni 2011 eine weitere Ausgabe der Seminarreihe "Junge Wissenschaft und Praxis" statt. Rund 40 Promovierende der Universität Leipzig waren der Einladung der Research Academy und ihrer Kompetenzschule ELSYS in den Breitenfelder Hof gefolgt. In traditioneller Weise stand im Zentrum der Veranstaltung das fächerübergreifende Gespräch zu einem allgemein interessierenden Thema. Dieses Jahr wurde intensiv darüber diskutiert, ob wir unsere Gesellschaft als Wissensgesellschaft beschreiben können und was dies konkret bedeutet. Einer der Höhepunkte war ein von der Doktorandenvertretung der Research Academy sowie von der Internationalen Doktorandeninitiative organisierter Round Table mit internationalen Promovierenden zum Thema "Brain Drain". Hier ging es vor allem darum, wie dieser recht schwammige Begriff aus Sicht der internationalen Promovierenden zu bewerten ist und welche konkreten Folgen daraus für Individuen, aber auch Nationalstaaten, Regionen und Städte erwachsen. Darüber hinaus wurde über erneuerbare Energien, den Klimawandel, die Rolle von Universitäten und Bibliotheken sowie die Auswirkungen zunehmend komplexen und technologisch verfügbarem Wissen auf den Beruf des Mediziners diskutiert, um nur einige Aspekte des Themenspektrums zu nennen.

Programm

2010: Das Geheimnis der Zeit

2010: Das Geheimnis der Zeit

18. - 19. Juni 2010
Ort: Breitenfelder Hof

"Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. ( ... ). Dieses Geheimnis ist die Zeit." Michael Ende, Momo

Das nunmehr achte Universitätsseminar der Reihe „Junge Wissenschaft und Praxis“ befasste sich mit dem Thema „Zeit“. Die von der Hanns Martin Schleyer-Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung im Rahmen der Universitas-Förder-Initiative unterstützte Veranstaltung wurde von der Research Academy Leipzig und ihren Doktoranden vorbereitet und durchgeführt. 

Referenten des interdisziplinären Seminars waren Wissenschaftler und Professoren verschiedenster Disziplinen der Universität Leipzig und anderer Universitäten, die sich aus unterschiedlicher theoretischer und praktischer Perspektive mit dem Zeitbegriff in der Wissenschaft auseinandersetzten. Die Gäste der RAL befassten sich mit so unterschiedlichen Themengebieten wie der Evolution der Erde, dem Wesen der Zeit im Nano- und Makrokosmos, dem überaus spannenden Bereich der Chronobiologie, kulturellen und psychologischen Faktoren der Zeitwahrnehmung oder der philosophischen Betrachtung von Zeit. Die Vorstellung der einzelnen Referenten und die Moderation der Diskussionsrunden im Anschluss an die jeweiligen Vorträge lagen in den Händen der teilnehmenden Doktoranden.

Insgesamt waren ca. 30 Doktorandinnen und Doktoranden der Universität Leipzig mit unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen der Einladung der Research Academy zu dieser Veranstaltung mit dem etwas anderen Format gefolgt. Zwei Tage wurde lebhaft diskutiert und sich ausgetauscht.

Die Evaluierung der Veranstaltung direkt im Anschluss an den letzten Vortrag ergab ein eindeutiges Bild: Die Fortsetzung des Veranstaltungstyps im Breitenfelder Hof, der bereits zum dritten Mal in Folge als Veranstaltungsort gewählt wurde, ist mehr als gewünscht. Erste Überlegungen für ein mögliches übergreifendes Thema im nächsten Jahr gibt es bereits. Es steht in Aussicht, sich mit der Wissensgesellschaft und Expertenmeinungen zu befassen und aktuelle Debatten und Diskussionsansätze aufzugreifen.

Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, einen Credit Point (ECTS) zu erwerben. Voraussetzungen zum Erwerb des Credit Points war die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung sowie die Verfassung eines Berichts über die Veranstaltung oder eine Teilveranstaltung (Vortrag, Diskussion etc.).

Universitätsintern ist die Veranstaltung als einer der Höhepunkte im ral-Kalender sehr positiv wahrgenommen wurden. Auch außerhalb fand sie über eine Pressemitteilung Anklang. So nutzte die Wissenschafts- und Hörfunkjournalistin Johanna Kutsche die Gelegenheit, mit Dr. Isabell Winkler von der TU Chemnitz ein Interview zu psychologischen Faktoren der Zeitwahrnehmung zu führen (s.u.). Ein Mitarbeiter des Universitätsradios Mephisto beabsichtigt, eine Feature zum Thema Zeit zu erarbeiten, das vermutlich im Herbst auf dem Sender ausgestrahlt werden wird.

Programm

2009: Was ist wahr? - Über Objektivität und Relativität wissenschaftlicher Erkenntnis

2009: Was ist wahr? - Über Objektivität und Relativität wissenschaftlicher Erkenntnis

19. - 20. Juni 2009
Ort: Breitenfelder Hof

Programm

Bericht einer Teilnehmerin

2008: Exzellenzinitiative und die Differenzierung in Lehr- und Forschungsuniversitäten

2008: Exzellenzinitiative und die Differenzierung in Lehr- und Forschungsuniversitäten

20. und 21. Juni 2008
Ort: Breitenfelder Hof

Am 20. und 21. Juni 2008 fand im Breitenfelder Hof in Leipzig das von der "Hanns Martin Schleyer-Stiftung" und der "Heinz Nixdorf-Stiftung" finanzierte Seminar „Junge Wissenschaft und Praxis“ zum Thema „Die Universität am Scheideweg: Exzellenzinitiative und die Differenzierung in Lehr- und Forschungsuniversitäten“ statt.

Programm